Natur zwischen Schutz und Nutzung

Radeln zwischen Nationalpark Eifel und Braunkohlen-Tagebau Inden

Natur zwischen Schutz und Nutzung

Nationalpark Eifel, Rureifel, Tagebau Inden und Hohes Venn

 

Und so wird sie aussehen, unsere gemeinsame Zeit:

Sonntag Abend, 18.00 Uhr: Ja, Sonntagsanreise! Es werden inzwischen so viele Pedelecs ausgeliehen, dass ich die Übergabe der Räder nicht mehr in der Seminarpause am Montag unterkriege. Das sollten die Teilnehmer*innen also am Sonntag schon gemacht haben! Dafür sitzen wir Montag dann auch früher auf dem Rad.

Montag:
Um 9.15 Uhr beginnen wir mit Organisatorischem, der Vorstellung des Programms, Fragen, die Sie noch zum Ablauf der Woche haben, ich gebe die Handouts aus, so etwas.
Es gibt auch schon die ersten Informationen zum Nationalpark Eifel: Natur Natur sein lassen! Der Mensch darf nicht mehr eingreifen!  Und um 10.45 Uhr sitzen wir schon auf dem Rad und fahren den Berg rauf zum Aussichtspunkt Hirschley und zum barrierefreien Naturerlebnisangebot des Nationalparks, dem  “Wilder Kermeter”. Hier sollen alle mitgenommen werden! 

Was sonst noch? Wir fahren über den “Wildnistrail” mit schönen Blicken über den Nationalpark zur ehemaligen Abtei Mariawald und die dortige Kriegsgräberstätte. dann geht´s runter nach Heimbach ins Nationalparktor. Da gibt es mediale Unterstützung, um die Frage zu beantworten, warum gerade hier ein Nationalpark Sinn macht.
Auf dem Rückweg zur Pension kommen wir am  Jugendstilkraftwerk vorbei, das seit weit über hundert Jahren schon das Wasser der Urft verstromt. 

Dienstag:
Wir radeln ins Kalltal nach Simonskall. Unterwegs besuchen wir die Ausstellung “Rur&Fels” in der Biologischen Station im Kreis Düren. Es wird an diesem Tag um die konkrete Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen gehen, um Wandertierarten wie den Lachs, um den Biber und die Flussperlmuschel und natürlich um die hier allgegenwärtige Kriegsgeschichte 1944/45. Die Region sieht hier die Chance auf Erinnerung und geht mit dem vermeintlich tourismusfeindlichen Thema offensiv und sehr international um. Für die Diskussion darum, an was wir eigentlich warum und vor allem wie erinnern wollen, ist Simonskall ein ausgesprochen spannender Ort.

Mittwoch:
Radtour zur ehemaligen NS-„Ordensburg Vogelsang“. Hier geht es natürlich um deren Geschichte, im Fokus wird dabei vor allem das nationalsozialistische Weltbild stehen, eine sozusagen „biologistische“ Haltung: Begriffe wie Sozialdarwinismus und Rassismus weisen darauf hin. Was ist eigentlich an ausgrenzenden Haltungen so attraktiv?  Bevor wir zurückfahren, mache wir einen Abstecher zum verlassenen Dorf Wollseifen. Es liegt im Offenland der Dreiborner Hochfläche, die eine weitere Kernzone des Nationalparks ist.

Donnerstag:
Radtour zum Braunkohlen-Tagebau Inden. Unterwegs gucken wir uns die Fischtreppe in Obermaubach an. Später durchfahren wir die inzwischen umgesiedelten Dörfer Langerwehe-Pier und Inden/Altdorf. In Langerwehe ist die Renaturierung des Wehebachs Thema und das damit verbundene Bürgerprojekt Jakobusgärtchen.

Wie ein Braunkohle-Tagebau technisch funktioniert ist genauso Thema wie die bisherige Renaturierung der zerwühlten Gegend: Der Fluss Inde wurde umgelegt, ebenso die Autobahnen, ewig wird Grundwasser gepumpt, damit die Tagebaue nicht volllaufen. Und jetzt gerade wird die zukünftige Seenlandschaft gebaut. Woher auch immer in Zeiten des Klimawandels das Wasser kommen soll. Drumrum regen sich alle auf: Die einen weil sie zum Beispiel gegen den Abriss der Dörfer sind oder den Klimawandel bremsen wollen. Die anderen, weil sie einfach ihre Sicherheit brauchen. Verunsichert und hilflos fühlen sich dabei irgendwie alle. Wie soll man da friedlich bleiben? Alles gar nicht so einfach...

Freitag:
Wir fahren mit dem Auto ins Hochmoorgebiet des Hohen Venns. Natürlich Tiere und Pflanzen in dieser Landschaft im Vordergrund, überall Spezialisten! Die ruhige Landschaft bietet dann auch Gelegenheit, die gemeinsamen Tage zu überdenken.

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Stand: Dezember 2020